Königlichen Gewächshäuser von Laeken

Königlichen Gewächshäuser von Laeken

Im neunzehnten Jahrhundert entstand infolge der Entwicklung der Bautechniken und vor allem auf Grund der Kombination aus Metall und Glas eine neue Art Gebäude: das Gewächshaus.

1873 entwarf der Architekt Alphonse Balat im Auftrag von König Leopold II. einen Gewächshauskomplex, der sich an das im klassischen Stil gebaute Schloss von Laeken anlehnte. Die Gewächshäuser erhielten die Silhouette einer gläsernen Stadt inmitten einer hügeligen Parklandschaft.

Die monumentalen Pavillons, die Glaskuppeln, die weitläufigen Galerien, die als überdachte Straßen das Gelände durchziehen, sind mehr als ein einfacher exotischer botanischer Garten, der die baulichen Möglichkeiten von Eisen und Glas vorzeigt. Das, was in den Königlichen Gewächshäusern zum Ausdruck kommt, betrifft die Architektur und genauer gesagt eine Art Bauprogramm, das sich als „der ideale Glaspalast" bezeichnen ließe.

Die Königlichen Gewächshäuser sind das Resultat der zahlreichen Gespräche und Briefe zwischen Alphonse Balat und König Leopold II. sowie der Skizzen, Vorstudien und Entwürfe, die daraus entstanden. Vor allem aber erinnern die Gewächshäuser an die Inspiration, die von ihnen auf die damalige neue belgische Architektur überging und deren Ausstrahlung mit dem Jugendstil weltweit zum Tragen kam.

Die heutige Pflanzensammlung der Königlichen Gewächshäuser von Laeken hat aus dreierlei Gründen besonderen Wert. Zunächst gibt es einige der Pflanzen, die zu den ursprünglich von Leopold II. angelegten Pflanzungen gehörten, auch heute noch. Darüber hinaus entsprechen die heutigen Pflanzungen insgesamt gesehen noch immer dem Geist, der dem ursprünglichen Konzept zugrunde lag. Und schließlich beherbergen die Königlichen Gewächshäuser noch ungemein viele seltene und sehr wertvolle Pflanzen.

Jedes Jahr im Frühling, während drei wochen, sind die Gewächshäuser von Laeken der Öffentlichkeit zugänglich. Diese hundert Jahre alte Tradition ist noch immer erhalten geblieben.

Gesamtansicht

Die auf Initiative von König Leopold II. erbauten Königlichen Gewächshäuser von Laeken zählen zu den wichtigsten Bauwerken des 19. Jahrhunderts in Belgien. Sie wurden vollständig aus Metall und Glas erbaut, was für die damalige Zeit eine Aufsehen erregende Innovation bedeutete.

Die Gewächshäuser beherbergen eine bedeutende Sammlung vorwiegend exotischer Pflanzen und Blumen, darunter eine umfangreiche Kameliensammlung. In jedem Frühjahr sind die Gewächshäuser der breiten Öffentlichkeit zugänglich, was von dem Wunsch der heutigen Herrscher und deren Vorgänger zeugt, ihre Liebe zu Pflanzen und Blumen mit allen zu teilen.

Der Landesteg (außen)

Das 1886-1887 erbaute Gewächshaus des Landestegs war dazu bestimmt, die Gäste aufzunehmen, wenn der König im Wintergarten oder im Esszimmer-Gewächshaus Empfänge organisierte.

Der Landesteg (innen)

Die Treppe führt zum Wintergarten. An den äußeren Enden des Landestegs befinden sich zwei Standbilder von Charles Van der Stappen, Die Morgenröte und Der Abend. In chinesischen Vasen, die König Leopold II. von einer Reise in den Fernen Osten mitgebracht hatte, als er noch Herzog von Brabant war, sind Medinillas (tropische Pflanze der Philippinen) angeordnet.

Der Wintergarten

Der von dem Architekten Alphonse Balat entworfene und von 1874 bis 1876 erbaute Wintergarten war das erste Gewächshaus der eindrucksvollen ‚gläsernen Stadt', die im Laufe von etwa dreißig Jahren in der Domäne von Laeken entstehen sollte.

Die Dimensionen dieses Gewächshauses gestatteten die Anpflanzung hochstämmiger Palmen, die größtenteils noch aus der Zeit Leopolds II. stammen. Nach seiner Vollendung war dieses Gewächshaus für die königlichen Empfänge bestimmt.

 

Bibliographie:

  • "Les Serres Royales de Laeken", Bruxelles, Service de presse de la Régie des Bâtiments, 1998.
  • Edgard Goedleven, "Les serres royales de Laeken", Bruxelles, Racine & SFI, 1997.
  • Piet Lombaerde et Ronny Gobyn, "Léopold II Roi-Bâtisseur", Gand, Pandora, 1995.
  • Liane Ranieri, "Léopold II urbaniste", Bruxelles, Hayez, 1973.
  • Irène Smets, "Die Königlichen Gewächshäuser in Laeken", Gent , Ludion, 2001.
  • Emiel Vandewoude, Jos Vandenbreeden, Paul Van Gorp, "Les serres royales à Laeken", Bruxelles, Donation Royale, 1981.
  • Emiel Vandewoude, "De bouw van de Wintertuin te Laken, 1874-1876. Een initiatief van Leopold II".
  • Album Carlos Wyffels, Bruxelles, 1987.