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Ansprache Seiner Majestät des Königs zum Nationalfeiertag

20 Juli 2026

Ansprache Seiner Majestät des Königs

zum Nationalfeiertag

21. Juli 2026

 

Meine Damen und Herren,

Unser Land hat im Juni, besonders früh im Jahr, eine Hitzewelle von beispielloser Intensität und Dauer erlebt. Wir haben alle darunter gelitten, doch es sind wieder einmal die Schwächsten, die den höchsten Preis zahlen: die Senioren, Menschen in prekären Lebensverhältnissen und jene, die ganz auf sich allein gestellt sind. Diese Hitzewelle hat Hunderte von Menschenleben gefordert. Das medizinische Personal und die Rettungsdienste wurden auf eine harte Probe gestellt.

Die aktuellen klimatischen, geopolitischen, technologischen und gesellschaftlichen Umbrüche sind eine anhaltende Bedrohung für unseren Zusammenhalt. Doch erst recht wenn wir unsere Kräfte vereinen, können wir gestärkt aus diesen Krisen hervorgehen.

Unser Land steht vor großen Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Finanzen. Budgetäre Maßnahmen sind erforderlich, um das Defizit zu verringern und unsere Verschuldung unter Kontrolle zu halten. Dies vor dem Hintergrund volatiler Zinssätze und Energiepreise, sowie angesichts der notwendigen Investitionen in unsere Verteidigung.

Ich bin davon überzeugt, dass unsere Regierungen diese Herausforderungen meistern werden im Dialog und mit sozial gerechten Lösungen.

Bei meinem jüngsten Besuch in Flandern und in der Wallonie, zusammen mit Unternehmensleitern, habe ich erfahren, wie groß der Wunsch ist, sich besser kennenzulernen. Diese beiden Tage haben Türen geöffnet und neue Kooperationen entstehen lassen.

Vertreter der öffentlichen Beschäftigungsdienste haben mir dies anschließend bestätigt bei einem Rundtischgespräch im Palast: Eine intensivere Zusammenarbeit und eine größere Mobilität der Arbeitnehmer zwischen den Regionen können zu mehr Beschäftigung beitragen.

Für den Zusammenhalt in der Gesellschaft spielt das Bildungswesen eine oft unterschätzte Rolle. Doch heute steht das Unterrichtswesen unter enormem Druck. Nahezu alle gesellschaftlichen Probleme treffen dort zusammen und lasten schwerer denn je auf den Schultern unserer Lehrer.

Ich hoffe, dass wir nach den Spannungen der vergangenen Monate wieder Ruhe und gegenseitigen Respekt unter allen Beteiligten zurückfinden, damit die Schulen zu Beginn des neuen Schuljahres ihren Auftrag in vollem Umfang erfüllen können.

Wir leben in einer Zeit, in der die Selbstständigkeit des Einzelnen und die Leistung im Vordergrund stehen. Doch die Stärke einer Gesellschaft misst sich vor allem daran, wie sie für ihre schwächsten Mitglieder sorgt. Ich denke dabei insbesondere an die Menschen, deren geistige Fähigkeiten mit der Zeit nachlassen.

Ich bewundere zutiefst die Pflegekräfte, die Vereine und all jene, die sich um diese Patienten kümmern und ihnen ein sicheres Umfeld bieten. Mit Respekt vor ihrer Würde.

Sollten wir uns nicht ein Beispiel an ihnen nehmen und mehr Menschlichkeit und Zärtlichkeit in unsere Gesellschaft bringen?

Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, eine der Ausstellungen im Königspalast in diesem Sommer, der Kommunikation mit Menschen zu widmen, die unter Demenz leiden.

In dieser turbulenten Welt setzen sich viele Staaten und bewaffnete Gruppen über die Regeln des Völkerrechts hinweg. Unter falschen Vorwänden führen sie sinnlose und grausame Kriege.

Diese Krisen dürfen uns nicht die großen globalen Herausforderungen vergessen lassen: die Armut, den Klimawandel, den Rückgang der Biodiversität und die Erschöpfung unserer natürlichen Ressourcen.

Um sie zu lösen, müssen wir im Einvernehmen handeln, dafür sorgen, dass gemeinsame Regeln tatsächlich respektiert werden und die Institutionen unterstützen, die für deren Einhaltung sorgen. Ich sehe keinen anderen Weg, um den Gefahren zu begegnen, die uns bedrohen.

Meine Damen und Herren,

Von unserem Haushaltsdefizit und der Polarisierung in der Gesellschaft bis hin zur geopolitischen Instabilität und der globalen Erderwärmung – all diese Probleme haben sehr unterschiedliche Ursachen und Folgen.

Doch eines haben sie alle gemeinsam: Wir können sie nur bewältigen, wenn wir von dem ausgehen, was uns vereint, statt von dem, was uns spaltet. Wenn wir die Verbundenheit pflegen – und die Kunst lebendig halten, eine echte Gemeinschaft zu bilden.

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Nationalfeiertag.