Geschichte

Im Jahr 1830 ist Belgien ein unabhängiger Staat geworden. Seit 1831 ist es eine Monarchie.

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König Leopold I., der erste König der Belgier

Leopold, Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, leistete am 21. Juli 1831 den Amtseid und wurde damit der erste König der Belgier. Während seiner gesamten Herrschaft hat er sich dafür eingesetzt, dass Belgien zu einem starken und stabilen Staat werden sollte. Leopold I. war mit Louise-Marie d'Orléans verheiratet. Belgien verdankt ihm zum Beispiel die erste Eisenbahn auf dem europäischen Festland, die von Brüssel nach Mechelen fuhr und 1835 eröffnet wurde. König Leopold I. starb am 10. Dezember 1865 im Alter von 75 Jahren. 

König Leopold II.

Leopold II. wurde 1835 geboren und übernahm die Königswürde im Jahr 1865 mit 30 Jahren von seinem Vater. Mit seiner Frau, Marie-Henriette, Erzherzogin von Österreich, hatte er vier Kinder: drei Töchter und einen Sohn, der schon früh im Alter von neun Jahren starb. Unter seiner Herrschaft entstanden viele Bauwerke, zum Beispiel die Königlichen Gewächshäuser in Laeken, die einen riesigen tropischen Garten beherbergen und so groß sind, dass man fast von einer Stadt aus Glas und Eisen sprechen kann. Auch den Jubelpark in Brüssel und den Park von Tervuren hat Belgien ihm zu verdanken. Außerdem war er fasziniert von Entdeckungen. Leopold II. starb im Jahr 1909.

König Albert I.

Albert I. wurde 1875 geboren. Er war der Neffe von König Leopold II., dem er 1909 nachfolgte. Leopolds einziger Sohn war nämlich früh gestorben. Zwar hatte er noch drei Töchter, aber zu jener Zeit durften Frauen noch nicht regieren. Albert war mit Elisabeth, Herzogin in Bayern, verheiratet.

Man nennt Albert auch den Soldatenkönig, denn 1914, zu Beginn des Ersten Weltkriegs, übernahm er das Kommando über die belgische Armee. Nach dem Krieg leitete er einige wichtige Reformen in die Wege, die dem belgischen Volk viele Vorteile brachten: Er führte das allgemeine Wahlrecht ein (für alle Männer, unabhängig davon, wie reich sie waren), sorgte für die Gleichberechtigung der beiden Landessprachen (Französisch und Niederländisch) und verbesserte die Arbeitsbedingungen für die alle Menschen. Am 17. Februar 1934 starb der König bei einem tragischen Kletterunfall in den Felsen von Marche-les-Dames in den Ardennen.

König Leopold III.

Leopold III. war der Sohn von Albert I. Er wurde 1901 geboren. Sein Pate war König Leopold II. Im Jahr 1926 lernte Leopold seine spätere Frau, Astrid von Schweden kennen, die mit seiner Thronbesteigung im Jahr 1934 Königin der Belgier wurde. Schon im folgenden Jahr, 1935, kam sie dann bei einem Autounfall in der Schweiz ums Leben.

Im Zweiten Weltkrieg war Belgien zwar neutral, aber 1940 wurde das Land dennoch von Deutschland angegriffen. 1944 wurden der König und seine Familie gefangen genommen und erst nach Deutschland, später dann nach Österreich gebracht. Nach seiner Befreiung 1945 lehnte ein Teil der Bevölkerung es ab, dass König Leopold III. nach Belgien zurückkehren und wieder König sein sollte. Dieses Ereignis nennt man auch die „Königsfrage“.

Prinzregent Charles

Charles wurde 1903 geboren und war der Bruder von Leopold III. Von 1944 bis 1950 übernahm er die Regentschaft im Königreich Belgien; er hat also den König ersetzt. In dieser Zeit gab es in Belgien wichtige Fortschritte: Die Frauen erhielten 1948 das Wahlrecht und die Sozialversicherung, wie wir sie heute kennen, wurde eingeführt. Prinz Charles starb 1983, im selben Jahr wie sein Bruder.

König Baudouin

König Baudouin wurde 1930 geboren. Er war der älteste Sohn von König Leopold III. und Königin Astrid und wurde am 17. Juli 1951, im Alter von knapp 21 Jahren, der fünfte König der Belgier.

Die wichtigsten Ereignisse während der ersten Jahre seiner langen Amtszeit waren der Beitritt Belgiens zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (der Vorläufer der Europäischen Union) und die Unabhängigkeit des Kongo im Jahr 1960.

1960 war auch das Hochzeitsjahr von König Baudouin. Er heiratete Doña Fabiola de Mora y Aragón aus Spanien. Königin Fabiola interessierte sich sehr für soziale Fragen und förderte ganz aktiv die Kunst und die Kultur. Sie starb im Jahr 2014.

Bei der Verwaltung und den Institutionen gab es während der Herrschaft von König Baudouin einige Reformen: Unter anderem wurden die Regionen (flämische Region, wallonische Region und die Region Brüssel-Hauptstadt) und die Gemeinschaften (flämische, französische und deutschsprachige Gemeinschaft) gegründet. Die Einheit des Landes lag Baudouin sehr am Herzen und das hat er in vielen Ansprachen zum Ausdruck gebracht.

1976 wurde zum 25jährigen Thronjubiläum die König-Baudouin-Stiftung gegründet. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, die Lebensumstände der Menschen zu verbessern und zum Beispiel die Armut zu bekämpfen. Königin Mathilde ist Ehrenpräsidentin dieser Stiftung.

Am 31. Juli 1993 starb König Baudouin nach 42 Jahren auf dem Thron während eines Urlaubs in Südspanien an den Folgen eines Herzinfarkts.

König Albert II.

Weil König Baudouin und Königin Fabiola keine Kinder hatten, wurde nach dem Tod von Baudouin dessen Bruder, Prinz Albert, als König Albert II. der neue König. Albert wurde 1934 geboren. 1959 heiratete er die italienische Prinzessin Donna Paola Ruffo di Calabria. Bis zu seiner Thronbesteigung leitete Prinz Albert 31 Jahre lang Dutzende belgische Wirtschaftsmissionen im Ausland. Außerdem war er von 1958 bis 1993 Präsident des belgischen Roten Kreuzes. Nach 20 Jahren als König gab Albert II. das Amt am 21. Juli 2013 an seinen Sohn König Philippe weiter.